Gehalt und Tarif

Gehalt in Medizin und Gesundheitswesen 2026: Tarife

Gehaltscheck

Wo stehst du mit deinem Gehalt?

2.100 €8.550 €15.000 €
Unteres Viertel bis2.824 €
Median3.329 €
Oberes Viertel ab3.868 €

Du liegst in der mittleren Hälfte der MFA, 29 € unter dem Median.

Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Entgeltatlas (Stichtag 31.12.2025) für MFA, MTL und Rettungsdienst; Ärztinnen und Ärzte sowie OTA, MTR und Hebammen nach TV-Ärzte VKA und TVöD-K (Stand Januar 2026, Spanne der Tarifstufen). · Stand 2025-12-31 · gültig bis 2027-06-30

BerufUnteres ViertelMedianOberes ViertelStellen
Medizinische Fachangestellte2.824 €3.329 €3.868 €0
Medizinische Technologie (Labor)3.933 €4.670 €5.431 €0
Rettungsdienst3.764 €4.447 €5.130 €0
Assistenzarzt5.622 €6.425 €7.228 €0
Facharzt7.421 €8.345 €9.268 €0
Oberarzt9.342 €10.900 €12.481 €0
Hebamme3.200 €3.900 €4.600 €0
Operationstechnische Assistenz3.100 €3.700 €4.300 €0
Medizinische Technologie (Radiologie)3.000 €3.600 €4.250 €0

Drei Tarifwelten in einem Gesundheitswesen

Wer im Gesundheitswesen arbeitet, wird fast immer nach Tarif bezahlt, aber nach welchem, entscheidet der Arbeitsplatz. In Arzt- und Zahnarztpraxen gilt der Tarifvertrag für Medizinische Fachangestellte beziehungsweise für Zahnmedizinische Fachangestellte mit Tätigkeitsgruppen und Berufsjahren. In kommunalen Kliniken gilt der TVöD-K für Pflege, Funktionsdienste und Verwaltung, in Universitätskliniken der TV-L. Ärztinnen und Ärzte haben eigene Tarifverträge: den TV-Ärzte VKA des Marburger Bundes an kommunalen Häusern und den TV-Ärzte TdL an Unikliniken. Kirchliche Träger zahlen nach AVR Caritas oder Diakonie, private Klinikketten nach Haustarif.

Die Spannen auf dieser Seite stammen aus diesen Tarifwerken mit Stand Januar 2026 und zeigen Bruttomonatsgehälter in Vollzeit ohne Zuschläge und Bereitschaftsdienst. Der Gehaltscheck oben rechnet jede Berufsgruppe und Stufe in Netto um.

MFA und ZFA: Tätigkeitsgruppen und Berufsjahre

Der MFA-Tarifvertrag staffelt nach sechs Tätigkeitsgruppen und nach Berufsjahren. Tätigkeitsgruppe I gilt für Tätigkeiten nach der Ausbildung, höhere Gruppen für Zusatzqualifikationen wie Abrechnung, Qualitätsmanagement, Praxismanagement oder Fachwirtin für ambulante medizinische Versorgung. Nach Angaben der Redaktion liegt das Gehalt für MFA zwischen 2.742 bis 3.441 Euro brutto im Monat; Praxismanagerinnen und Abrechnungsfachkräfte verdienen darüber. Viele Praxen zahlen übertariflich, weil Fachkräfte knapp sind, besonders in Facharztpraxen und MVZ.

ZFA werden nach einem eigenen Tarifvertrag der Zahnärztekammern bezahlt, der regional unterschiedlich ist und ähnlich staffelt. Aufstiegsfortbildungen zur Zahnmedizinischen Prophylaxeassistentin, Dentalhygienikerin oder Praxismanagerin bringen deutliche Gehaltssprünge. In beiden Berufen sind Sonderzahlungen, Fahrtkostenzuschuss und Fortbildungsfinanzierung verhandelbar.

Funktionsdienste und Rettungsdienst nach TVöD-K

Operationstechnische und Anästhesietechnische Assistenz sowie Medizinische Technologen für Radiologie und Labor werden in Kliniken nach TVöD-K eingruppiert. OTA verdienen laut Redaktion 3.100 bis 4.300 Euro, MTR 3.000 bis 4.250 Euro brutto im Monat, jeweils mit sechs Erfahrungsstufen, Schicht- oder Wechselschichtzulage und Zeitzuschlägen für Nacht, Sonntag und Feiertag. Hebammen liegen bei 3.200 bis 4.600 Euro, in freiberuflicher Tätigkeit anders vergütet.

Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter arbeiten bei kommunalen Rettungsdiensten nach TVöD, bei Hilfsorganisationen nach Haustarifen auf vergleichbarem Niveau und verdienen 2.900 bis 4.300 Euro. Dazu kommen Zulagen für Wechselschicht, Bereitschaft und Führungsfunktionen wie Wachleitung oder Praxisanleitung.

Ärztlicher Dienst: Vom Assistenzarzt zum Oberarzt

Der TV-Ärzte VKA kennt vier Entgeltgruppen mit Stufen nach Berufsjahren. Assistenzärztinnen und -ärzte in Weiterbildung verdienen 5.622 bis 7.228 Euro brutto im Monat, Fachärzte 7.421 bis 9.268 Euro, Oberärzte 9.342 bis 12.481 Euro. Chefärzte werden außertariflich bezahlt, mit Grundgehalt, Zielvereinbarungen und Beteiligung an Privatliquidation; hier sind 15.000 Euro und deutlich mehr im Monat üblich.

Zum Grundgehalt kommen Bereitschaftsdienste, Rufbereitschaft und Zeitzuschläge, die bei Assistenzärzten oft 1.000 bis 2.000 Euro im Monat ausmachen. In niedergelassenen Praxen und MVZ werden angestellte Fachärzte frei verhandelt, meist zwischen Facharzt- und Oberarztniveau, dafür ohne Nachtdienste. Honorarärzte rechnen Tagessätze ab und liegen rechnerisch höher, tragen aber Sozialversicherung und Ausfallzeiten selbst.

Zulagen, Sonderzahlungen und Zusatzversorgung

Im TVöD-K und TV-Ärzte gibt es die Jahressonderzahlung im November, 30 Tage Urlaub, Zusatzurlaub bei Wechselschicht und die betriebliche Altersversorgung über die Zusatzversorgungskasse. Zeitzuschläge liegen bei 20 Prozent für Nachtarbeit, 25 Prozent an Sonntagen und bis zu 135 Prozent an Feiertagen; Zuschläge für Nacht, Sonntag und Feiertag sind bis zu bestimmten Grenzen steuerfrei. In Praxen fehlt die Zusatzversorgung meist, dafür sind Prämien, Fahrtkostenzuschuss, Jobticket und Fortbildungstage üblich.

Regional gibt es Unterschiede: Ballungsräume in Süddeutschland und Hamburg zahlen übertariflich oder mit Großstadtzulage, ländliche Regionen werben mit Wohnungs- und Umzugshilfen. Die Stellenanzeigen auf Mediplatz nennen zunehmend konkrete Gehaltsangaben; die Stadtseiten zeigen, wo gerade besonders viele Arbeitgeber suchen.

Ausbildung und Berufseinstieg

Die Ausbildungsvergütung für MFA liegt nach Tarif bei etwa 920 Euro im ersten, 980 Euro im zweiten und 1.050 Euro im dritten Ausbildungsjahr, für ZFA regional ähnlich. OTA, ATA und MTR werden nach dem Tarifvertrag für Auszubildende im öffentlichen Dienst mit rund 1.250 bis 1.400 Euro vergütet. Ärztinnen und Ärzte starten nach dem Studium direkt in Stufe 1 des TV-Ärzte und erreichen mit jedem Weiterbildungsjahr die nächste Stufe; die Facharztanerkennung bringt den Sprung in die nächste Entgeltgruppe. Wer in der Praxis anfängt, sollte die Anrechnung von Ausbildungs- und Berufsjahren auf die Tätigkeitsgruppe gleich im ersten Gespräch klären.

Teilzeit und Praxisgröße

Im Gesundheitswesen ist Teilzeit die Regel, besonders in Praxen. Tarife gelten anteilig: Bei 30 Stunden bekommst du 75 Prozent der Vollzeitwerte, Sonderzahlungen ebenfalls anteilig. Die Praxisgröße spielt eine Rolle: Große Gemeinschaftspraxen und MVZ zahlen häufiger übertariflich, haben strukturierte Fortbildung und Vertretungsregeln, kleine Einzelpraxen punkten mit festen Teams und flexiblen Arbeitszeiten. In Kliniken lohnt der Blick auf die Trägerschaft: kommunal nach TVöD-K mit Zusatzversorgung, kirchlich nach AVR mit eigener Altersversorgung, privat nach Haustarif mit Prämien. Die Stellenanzeigen auf Mediplatz lassen sich nach Arbeitszeit und Ort filtern, sodass sich Angebote direkt vergleichen lassen.

So nutzt du die Spannen im Bewerbungsgespräch

Kläre in der Praxis die Tätigkeitsgruppe nach deinen tatsächlichen Aufgaben und die Anrechnung deiner Berufsjahre, in der Klinik Entgeltgruppe, Stufe und Zulagen. Frag nach Sonderzahlungen, Fortbildung und Dienstplanung. Wer eine Weiterbildung plant, verhandelt Freistellung und Kostenübernahme gleich mit. Der Gehaltscheck zeigt dir vorab, was netto übrig bleibt, und die Berufsprofile nennen die üblichen Spannen je Beruf.

Häufige Fragen

Was verdient eine MFA in der Arztpraxis 2026?

Nach MFA-Tarifvertrag 2.742 bis 3.441 Euro brutto im Monat je nach Tätigkeitsgruppe und Berufsjahren, mit Zusatzqualifikation in Abrechnung oder Praxismanagement darüber. Viele Praxen zahlen übertariflich.

Wie viel verdient ein Assistenzarzt nach TV-Ärzte VKA?

5.622 bis 7.228 Euro brutto im Monat je nach Stufe, zuzüglich Bereitschaftsdienst und Zuschlägen, die häufig 1.000 bis 2.000 Euro ausmachen.

Was verdient ein Oberarzt an einer kommunalen Klinik?

Nach TV-Ärzte VKA 9.342 bis 12.481 Euro brutto im Monat, in leitender Funktion darüber. Chefärzte werden außertariflich mit Zielvereinbarungen und Privatliquidation vergütet.

Wie viel verdient eine OTA im Krankenhaus?

Nach TVöD-K 3.100 bis 4.300 Euro brutto im Monat je nach Erfahrungsstufe, zuzüglich Schicht- oder Wechselschichtzulage und Zeitzuschlägen.

Gibt es für MFA eine Jahressonderzahlung?

Der MFA-Tarifvertrag sieht keine verpflichtende Jahressonderzahlung vor; viele Praxen zahlen aber Weihnachtsgeld oder Prämien. In Kliniken nach TVöD-K ist die Jahressonderzahlung im November tariflich geregelt.

Verdient man in der Klinik mehr als in der Praxis?

Im Grundgehalt oft ja, weil TVöD-K mit Stufen, Zulagen und Zusatzversorgung arbeitet. Praxen punkten mit geregelten Arbeitszeiten ohne Nacht- und Wochenenddienst und zahlen zunehmend übertariflich.

Wie viel Netto bleiben von 3.200 Euro brutto als MFA?

In Steuerklasse I rund 2.150 Euro, abhängig von Kirchensteuer und Krankenkasse. Der Gehaltscheck auf dieser Seite rechnet deine Spanne individuell um.

Rechner

Vom Brutto zum Netto

Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Entgeltatlas (Stichtag 31.12.2025) für MFA, MTL und Rettungsdienst; Ärztinnen und Ärzte sowie OTA, MTR und Hebammen nach TV-Ärzte VKA und TVöD-K (Stand Januar 2026, Spanne der Tarifstufen). · Stand 2025-12-31 · gültig bis 2027-06-30

Ihre Angaben

z.B. Assistenzarzt

Brutto / Monat

6.425 €

Stufe 1 · 77.100 €/Jahr

Netto / Monat (ca.)

3.269 €

Steuerklasse 1

Lohnsteuer (Stkl. 1)−1.680 €
Solidaritätszuschlag−92 €
Rentenversicherung−598 €
Arbeitslosenversicherung−84 €
Krankenversicherung−471 €
Pflegeversicherung−232 €
Abzüge gesamt−3.156 €

Schätzung nach Tarif-Tabelle + vereinfachter Lohnsteuer 2026. Brutto exakt (bzw. Bandmittelwert), Netto typ. ±2–5 %. Zuschläge (Bereitschaft, Schicht, Nacht) und Zulagen sind nicht enthalten.

Datengrundlage: Bundesagentur für Arbeit, Entgeltatlas (Stichtag 31.12.2025) für MFA, MTL und Rettungsdienst; Ärztinnen und Ärzte sowie OTA, MTR und Hebammen nach TV-Ärzte VKA und TVöD-K (Stand Januar 2026, Spanne der Tarifstufen). · Stand 2025-12-31 · gültig bis 2027-06-30. Gepflegt von Mission Personal GmbH.